Es begann mit einem harmlosen Satz:
„Kannst du mal gucken? Mein Handy sabbelt wieder irgendwas von Update.“
Ich stand noch mit der ersten Tasse Kaffee in der Hand,
halb Mensch, halb Kissenrest,
aber ihre Stimme hatte diesen bestimmten Ton.
Diesen „Ich tu so, als wär’s nix, aber du machst das jetzt“-Ton.
Also beugte ich mich übers Display.
Und tatsächlich:
Betriebssystem-Update.
Größer als gedacht. Der kleine grüne Roboter schon auf der Bühne.
Ich tippte. Bestätigte. Das Licht ging aus.
Meine Mutter starrte aufs schwarze Display.
„Da ist jetzt… ein Roboter.“
Sie sagte es wie jemand, der aus Versehen in einem Science-Fiction-Film gelandet ist.
Ich: „Ja. Android. Der macht das jetzt.“
Und dann passierte es.
Sie fing an zu lachen.
Nicht so ein albernes Glucksen. Nein.
Tränen. Schluchzen. Kreislaufgefährdung.
Sie wiederholte es immer wieder:
„Das ist Android. Hahaha. DAS ist Android. Na den lern ich jetzt auch mal kennen!“
Ich stand daneben, unfähig zu atmen,
nicht wegen des Roboters –
sondern wegen ihr.
Wegen dieser hilflosen Heiterkeit,
die aus einem Update ein Kapitel Familiengeschichte machte.
Zwischendurch beugte sie sich immer mal wieder vor,
schaute prüfend aufs dunkle Display:
„Ob der noch da ist?“
Als sei Android ein Gast, der ohne Gruß das Wohnzimmer verlassen hat.
Ich versuchte zu erklären, dass das völlig normal sei.
„Der fährt gerade hoch.“
„Ach so… dann macht der sich also frisch!“
Und weiter ging das Gelächter.
Als irgendwann das Logo wieder aufleuchtete,
atmete sie erleichtert auf:
„Na siehste. Android lebt. Jetzt kannst du weitermachen.“
Ich, halb am Boden, halb im Techniksupportmodus,
fragte mich leise, wer hier eigentlich wen rebootet.
Und während ich stumm das WLAN checkte,
dachte ich:
Manchmal braucht es keinen Kinofilm,
keine Pointenshow,
kein Drama.
Nur einen Roboter.
Ein schwarzes Display.
Und meine Mutter.
